Montag, 11 September 2017 12:00

Das Schloss von Milandes im Périgord

Das Schloss von Milandes in der Gemeinde Castelnaud-la-Chapelle beweist einmal mehr, dass es immer schon starke Frauen gab.

Im späten 15. Jahrhundert als Landsitz für Damen - Anregung der Gattin des damaligen Grafen -  in der Dordogne erbaut, thront es gleichsam inmitten eines wunderbaren Gartens, der allein schon einen Besuch wert ist. Als Josephine Bakers Märchenschloss erlangte es zudem noch besondere Berühmtheit. Denn hier residierte diese ebenfalls außergewöhnliche Dame sechsundzwanzig Jahre lang. Die weltbekannte Künstlerin war von dem Anwesen so begeistert, dass sie es noch vor dem Krieg zunächst mietete, im Jahre 1947 aber selbst erwarb. Sie erneuerte die Inneneinrichtungen und sorgte auch für Strom-und Wasseranschlüsse, was dem Örtchen Milandes ebenfalls zu Gute kam. Konnte es doch als erstes Dorf  im Périgord mit solchen unerhörten Neuigkeiten aufwarten.

Heute noch können wir die Räume, die Josephine mit ihrer „Regenbogenfamilie“- ihren zwölf Adoptivkindern aus verschiedenen Kontinenten - bewohnte, fast unverändert besichtigen. Ihr unermüdlicher Einsatz für Völkerverständigung und gegen Rassismus - heute aktueller denn je - wurde zwar bewundert, doch leider hatte sie trotz ihrer Bekanntheit Geldprobleme und musste das Schloss verlassen. Heute gehört es einer Verwandten des Dichters Antoine de Saint-Exupéry, die das Andenken der großherzigen Josephine Baker pflegt und ein Museum für die im Jahre 1975 verstorbene Künstlerin eingerichtet hat.

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