Montag, 29 Januar 2018 12:00

Fruits confits

Wem läuft bei diesem Anblick nicht das Wasser im Mund zusammen?

Kandidierte Früchte (Fruits Confits), eine Spezialität aus Apt in der Provence, sind weltbekannt. Und das hat einen Grund: Sie schmecken einfach köstlich. Das Haltbarmachen von Früchten durch Kandieren (oder Konfieren) hat in der Provence eine lange Tradition, allerdings wurde im Mittelalter noch Honig verwendet. Voraussetzung für ein perfektes Ergebnis war schon damals - und ist es auch noch heute - das Verwenden perfekter Früchte: Frisch geerntet, aromatisch, knackig und ohne Schadstellen. Durch Osmose wird während des Kandierens der in der Frucht enthaltene Wasser-bzw. Fruchtsaftanteil durch Zucker ersetzt. Das kann bei größeren Früchten schon einmal bis zu zwei Monaten dauern, denn der Prozess des Konservierens - Begießen mit einem Sirup, dessen  Zuckeranteil  immer höher wird - erfordert Geduld und Erfahrung. Fast alle bekannten Früchte (Äpfel, Aprikosen, Ananas, Bananen, Birnen, Erdbeeren, Kirschen, Mandarinen, Melonen, Orangen, Pflaumen, Zitronen… lassen sich so in kleine Köstlichkeiten verwandeln, es gibt aber auch kandierte Blütenblätter wie die von Veilchen, Rosen oder Lavendelblüten.

Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt… deshalb findet man außer dem bekannten kandierten Ingwer auch kandiertes Gemüse wie z. B. Tomaten oder Zucchini. Da Zeitaufwand und Personaleinsatz hoch sind, hat diese echt provencalische Spezialität ihren Preis. Aber der ist gerechtfertigt, handelt es sich doch um ein Naturprodukt und nicht um ein billiges Fruchtimitat. Deshalb dienen die Leckereien auch gern als Mitbringsel aus dem Urlaub. Wer sich besonders für die Herstellung der verführerischen und hübschen Köstlichkeiten interessiert, sollte in der „Hauptstadt der kandierten Früchte“  unbedingt das Museum mit angeschlossenem Herstellungsatelier besichtigen. Und nicht allzu standhaft bleiben!

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