Montag, 30 Juli 2018 12:00

L'Ecole de Nancy

Wir bleiben in Nancy… der „Kulturstadt aus Leidenschaft“, wie sie auch gern genannt wird.

Und das sehr zu recht, wie ich meine. Warum?? Schon die künstlerische Bewegung „L’Ecole de Nancy“, das Herz des „Art Nouveau“, hatte sich seit ihrer Gründung ganz am Anfang des 20. Jahrhunderts zum Ziel gesetzt, möglichst viele menschliche Lebensbereiche zu erfassen, zu durchdringen und eine Verbindung von Kunst und Kunsthandwerk einzugehen. Ein wahrhaft großer Anspruch! Für Liebhaber dieser Stilrichtung ist Nancy - natürlich gibt es in der Stadt ein eigenes Jugendstilmuseum - daher ein absolutes Muss. Der Mäzen und Sammler Eugène Corbin schenkte sein etwas außerhalb der Innenstadt gelegenes Haus (das heute das Museum beherbergt) sowie seine beeindruckende Sammlung von Objekten aus dem Bereich des Kunsthandwerks der Stadt. Die Vielfalt der Objekte und Techniken, vor allem aus dem Bereich der Glaskunst (viele vom bekannten Kunsthandwerker und Sohn der Stadt, Emile Gallé, dessen Objekt heute auf Auktionen Höchstpreise erzielen!!), aber auch Möbel, Keramik… lässt uns auch heute noch staunen. Jeder liebevoll eingerichtete und dekorierte Raum überrascht aufs Neue, fast möchte man sich in der Villa häuslich einrichten. Auf jeden Fall sollte man reichlich Zeit mitbringen, um die Schönheiten einer entschwundenen Epoche, die die Formen der Natur künstlerisch umzusetzen suchte, auf sich wirken lassen zu können.

Die abgebildete Villa Majorelle, ganz in der Nähe des Museums, wurde in den Jahren 1901 -1902 vom Pariser Architekten Henri Sauvage erbaut, war damals revolutionär und ist auch heute noch beeindruckend. Auftraggeber  und Eigentümer war Louis Majorelle, Kunsthändler und Mitbegründer der „L’Ecole de Nancy“. Seine Büste befindet sich übrigens im Garten des  Museums. Da die Villa zur Zeit renoviert wird, ist sie allerdings momentan nur von außen zu bewundern.

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