Dienstag, 25 Dezember 2018 10:00

Der Bûche de Noël

Foie gras, Austern, Schnecken, Lachs und Kastanien-Truthahn stehen oft auf der Weihnachtskarte. Nicht zu vergessen, der „Bûche de Noël“ („Stamm von Weihnachten“ oder Weihnachtskuchen).

Aber woher kommt dieses Dessert?

Ganz ursprünglich war der Bûche de Noël kein Nachtisch, sondern ein großer Holzstamm, der mindestens drei Tage lang langsam brannte. In heidnischen Riten wurde er zur Feier der Wintersonnenwende (um den 21. Dezember) verbrannt. Diese Tradition gab es in Frankreich, aber auch in den meisten europäischen Ländern.

Die ersten Christen ließen sich von diesen Bräuchen inspirieren. So lässt sich das Datum der Heiligen Lucia (das Fest des Lichts) und das der Geburt Christi erklären.

Die Feier zur Wintersonnenwende wurde lange im Voraus vorbereitet, da das Holz das ganze Jahr über im Haus aufbewahrt werden musste, um es vor Feuer und schlechtem Wetter zu schützen.

Die Rituale rund ums das Fest sind von Region zu Region unterschiedlich aber es gibt Gemeinsamkeiten. So hat es immer etwas zu tun mit der Familie und dem Schutz des Hauses. Das Holz wird erwärmt, es vereint symbolisch alle Bewohner des Hauses und alle Generationen. In der Provence war es üblich, dass die Jüngsten und Ältesten das Holz gemeinsam im Kamin deponieren.

Nach und nach, mit der Einführung neuer Heizsysteme und dem Wegfall der Kamine, wurde das Verbrennen des Holzklotzes aufgegeben und ersetzt durch den gemeinsamen Verzehr des Desserts Bûche de Noël.

Einige glauben, dass dieses Dessert 1945 von einem Konditor erfunden wurde, der in einem Handwerksbetrieb arbeitet. Für andere ist seine Erfindung viel älter. Sie soll eine Ableitung des "Weihnachtskuchens" sein, der seit dem 19. Jahrhundert in der Region Poitou-Charentes existiert. In jedem Fall sieht der Bûche de Noël aus wir ein Stück Holz – ist aber je nach Region reichhaltig und aufwendig verziert und sehr köstlich. Es gibt ihn zu Weihnachten in jeder Pâtisserie aber auch in Supermärkten. In vielen Haushalten ist es Tradition den Bûche selber herzustellen – und jeder in der Familie hilft mit.

Das traditionelle Bûche de Noël wird aus einem genuesischen Keks und aromatisierter Buttercreme (Schokolade, Kaffee, Grand Marnier) hergestellt.

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