Dienstag, 22 Januar 2019 10:32

Schösser der Loire einmal völlig anders erleben

Die prächtigen Schösser der Loire sowie viele Dörfer und Städte der Region sind häufig aus Kalkstein gebaut der in der Region abgebaut wurde.

Der weiche, helle Kalkstein (Kalktuff) eignet sich perfekt als Baumaterial und ermöglicht die schönen Schmuckformen, die man bei den Schlössern und in den Städten bewundern kann.

In den Abbaugebieten des Kalksteins entstanden so große, ausgedehnte Höhlengebiete und über 1000 km lange Tunnel die bald zu Wohnräumen, Viehställen sowie als Keller- und Lagerräume genutzt wurden. Die Wohnhöhlen, Troglodyten genannt, waren zu Beginn Wohnraum für arme Leute – mittlerweile sind dort begehrte Feriendomizile entstanden.

Es gibt ganze Höhlendörfer, die zur Besichtigung einladen. So das Höhlendorf Rochemenier, südwestlich von Saumur, mit zwei unterirdischen Bauernhöfen auf einem Areal von über einem Hektar. Oder das Troglodytendorf Trô, westlich von Vendôme, mit vielen Wohnungen und einem in den Fels gebauten Krankenhaus.

Sehr sehenswert ist auch ein Besuch des Felsenschlosses Brézé, inmitten von Weinbergen gelegen.  Der Untergrund des prächtigen Renaissancebaus ist durchlöchert wie ein Schweizer Käse. Über 800 Jahre vom 11 bis zum 19. Jahrhundert wurde hier Kalkstein abgebaut. Das Schloss ist nur über zwei Zugbrücken zugänglich und verfügt über unterirische Felsenkammern, die in der Vergangenheit als Vorratsräume für den Fall einer Belagerung genutzt wurden. Heute reifen dort die Weine des kleinen Weinguts mit 30 Hektar Anbaufläche.

Die Höhlen sind heute in der Region vielfältig genutzt als Restaurants, Ferienwohnungen, Lagerflächen für Wein und Sekt und auch als ideale Umgebung zur Pilzzucht. Das alles lädt zum Entdecken ein. In Doué-la-Fontaine gibt es in ehemaligen Steinbrüchen und Höhlen sogar einen Zoo mit Zebras, Löwen, Tiger und sogar Flusspferden und Rhinozerossen. Ideal als Familienausflugsziel.

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