Honfleur in der Normandie
Honfleur liegt an der Mündung der Seine und ist vor allem für seinen alten Hafen bekannt. Die schmalen Häuser direkt am Wasser, die Boote im Vieux Bassin und die kleinen Gassen dahinter geben dem Ort sein unverwechselbares Bild.
Rund um den Hafen ist meist einiges los. Wer ein Stück weitergeht, merkt aber schnell, dass Honfleur mehr kann als Postkartenkulisse.


Hinter dem Wasser beginnen ruhigere Straßen mit Galerien, alten Häusern und Werkstätten. Dazu kommen die Holzkirche Sainte Catherine, die enge Verbindung zur Malerei und der Blick vom Mont Joli über die Seine Mündung.
Für uns gehört Honfleur deshalb zu den Orten, die auf einer Reise durch die Normandie nicht fehlen sollten.
Kurz zusammengefasst
- Planen Sie mindestens einen halben Tag ein.
- Starten Sie am Vieux Bassin.
- Besuchen Sie Sainte Catherine.
- Kunstfans sollten ins Musée Eugène Boudin.
- Für den besten Blick lohnt sich der Mont Joli.
- Morgens und abends ist Honfleur ruhiger.
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Vieux Bassin und Altstadt von Honfleur
Am Vieux Bassin stehen die schmalen Häuser dicht am Wasser, davor liegen Boote und je nach Wetter spiegeln sich Fassaden und Himmel im Hafenbecken. Einmal um den Hafen zu laufen gehört für uns dazu. Dabei kommen Sie auch an der Lieutenance vorbei, einem Rest der alten Befestigungsanlage.
Danach lohnt es sich, in die Gassen hinter dem Hafen abzubiegen. Dort wird es schnell ruhiger. Rund um die Rue du Puits und die kleinen Seitenstraßen stehen alte Häuser mit Schieferfassaden und Fachwerk. Dazwischen liegen Galerien, kleine Geschäfte und Restaurants.
Genau dieser Teil von Honfleur gefällt uns besonders: Sie brauchen keinen festen Rundgang. Laufen Sie einfach los und nehmen Sie sich Zeit für die kleinen Straßen.
Unsere Empfehlung für Ihren Besuch:
Honfleur eignet sich sehr gut für Reisende, die Architektur, Kunst, gutes Essen und einen lebendigen Ort kombinieren möchten.
Für einen kurzen Zwischenstopp ist die Stadt fast zu schade: Wir würden mindestens einen halben Tag einplanen.

Sainte Catherine passt zu Honfleur wie kaum ein anderes Gebäude
Die Kirche Sainte Catherine wurde von Schiffszimmerleuten errichtet. Das erkennt man bis heute an ihrer ungewöhnlichen Holzkonstruktion, die im Inneren an einen umgedrehten Schiffsrumpf erinnert. Auch der separat stehende Glockenturm macht die Kirche besonders.
Gerade diese Bauweise erzählt viel über Honfleur. Der Ort war über Jahrhunderte eng mit der Seefahrt verbunden und selbst in Sainte Catherine ist diese Geschichte noch sichtbar.
Wenn Sie hineingehen, verstehen Sie sofort, warum Sainte Catherine so gut zu Honfleur passt. Die Holzkonstruktion erinnert an ein Schiff und macht die maritime Geschichte des Ortes unmittelbar sichtbar.

Warum Honfleur so viele Maler anzog
Im 19. Jahrhundert kamen Künstler wie Eugène Boudin, Claude Monet und Johan Barthold Jongkind nach Honfleur. Vor allem das Licht an der Seine Mündung faszinierte sie.
Eugène Boudin wurde in Honfleur geboren und prägte mit seiner Freilichtmalerei die Kunstgeschichte des Ortes. Im Musée Eugène Boudin können Sie viele seiner Werke und die besondere Verbindung zwischen Honfleur und der Malerei entdecken.
Unser Tipp: Gehen Sie zuerst durch Honfleur und danach ins Museum. Viele Motive und Lichtstimmungen werden Ihnen dann bekannt vorkommen.

Unser Lieblingsblick auf Honfleur
Der Mont Joli liegt direkt oberhalb von Honfleur und ist schnell zu Fuß erreichbar.
Vom Zentrum geht es über wenige Straßen bergauf, nach etwa 20 bis 30 Minuten stehen Sie am Aussichtspunkt.
Von dort sehen Sie über die Dächer von Honfleur bis zur Seine Mündung und zur Pont de Normandie. Wenn Sie mehr Zeit haben, können Sie den Spaziergang bis zur Côte de Grâce verlängern. Der komplette Rundweg ist etwa 2,5 Kilometer lang.

La Forge: Honfleurs ungewöhnlichste Kunstwelt
La Forge ist ein kleines Künstlerhaus mitten in Honfleur. Die französische Künstlerin Florence Marie hat eine ehemalige Schmiede seit den 1990er Jahren Stück für Stück in ein Gesamtkunstwerk verwandelt. In Haus, Garten und Werkstatt begegnen Ihnen Skulpturen, Mosaike, bemalte Wände und große Figuren. Dadurch ist La Forge kein klassischer Ausstellungsraum, sondern ein begehbares Gesamtkunstwerk und macht deutlich, dass die Kunstgeschichte des Ortes nicht bei Boudin und Monet endet.
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Jardin des Personnalités
Etwas außerhalb des Zentrums liegt der Jardin des Personnalités. Der Park erinnert mit Büsten an Menschen, die mit Honfleur verbunden sind. Dazu gehören Maler wie Johan Barthold Jongkind und Alexandre Dubourg, Schriftsteller wie Alphonse Allais und Lucie Delarue Mardrus sowie Seefahrer wie Samuel de Champlain.
Der Park ist kein Muss, aber eine schöne Ergänzung, wenn Sie noch etwas Zeit haben und nach dem Trubel am Hafen eine ruhigere Runde drehen möchten.
Wie viel Zeit würden wir für Honfleur einplanen?
Für Hafen, Altstadt und Sainte Catherine reichen drei bis vier Stunden. Wenn Sie auch ins Musée Eugène Boudin möchten oder zum Mont Joli laufen, planen Sie besser einen ganzen Tag. Wir würden Honfleur ohnehin nicht zwischen zwei lange Fahrstrecken quetschen. Dafür ist der Ort zu schade.
Wann ist Honfleur am schönsten?
Nicht unbedingt mittags. Dann kommen viele Tagesgäste und rund um den Hafen kann es entsprechend voll werden.
Früh am Morgen sieht Honfleur ganz anders aus. Die Terrassen sind noch leerer und am Hafen ist deutlich weniger Bewegung. Gegen Abend wird es ebenfalls ruhiger.
Lohnt sich Honfleur?
Ja. Aber wir würden nicht wegen einer langen Liste von Sehenswürdigkeiten hinfahren. Honfleur lohnt sich wegen des Zusammenspiels aus Hafen, alten Straßen, Kunstgeschichte und der Landschaft an der Seine Mündung. Gehen Sie zum Vieux Bassin. Aber bleiben Sie nicht dort. Die interessanteren Seiten von Honfleur beginnen ein paar Straßen weiter.


