Autofahren in Frankreich: Maut, Umweltplakette & Verkehrsregeln

Autorundreisen in Frankreich: Was muss man beachten? Wo gibt es Unterschiede zu Deutschland? Wie funktioniert das Mautsystem? Worum muss man sich vorher kümmern? Gelten in Frankreich andere Verkehrsregeln?

Autofahren in Frankreich – alles, was Sie vor Ihrer Rundreise wissen sollten

Frankreich lässt sich ideal mit dem Auto entdecken. Ob Provence, Bretagne, Loiretal oder Atlantikküste: eine Rundreise mit dem eigenen Fahrzeug bietet maximale Flexibilität und ermöglicht es, auch kleinere Orte und abgelegene Regionen zu erkunden.

Wer mit dem Auto durch Frankreich reist, sollte jedoch einige Besonderheiten kennen. Themen wie Maut („Péage”), das neue Free-Flow-System, Umweltzonen und die Crit’Air-Plakette, Geschwindigkeitsbegrenzungen oder das Tanken an französischen Autobahnen unterscheiden sich teilweise von Deutschland.

In diesem Guide finden Sie alle wichtigen Informationen zum Autofahren in Frankreich: Von Tempolimits und Kreisverkehr-Regeln bis hin zu E-Auto-Ladestationen an Raststätten erfahren Sie hier alles, was Sie für eine entspannte und sichere Reise benötigen.

Straßen & Autobahnen

Die Straßen in Frankreich sind insgesamt sehr gut ausgebaut und gepflegt. Das Reisen mit dem Auto ist komfortabel und gut organisiert.

Was für Straßen erwarten Sie in Frankreich?

Autobahnen „Autoroutes“

Frankreich verfügt über ein umfangreiches, mehrspuriges Autobahnnetz. Die sogenannten Autoroutes sind gut beschildert und ermöglichen ein schnelles und entspanntes Vorankommen. Wie in Deutschland eignen sie sich besonders für längere Strecken quer durch das Land. Die meisten Autobahnen sind mautpflichtig. Dafür sind sie in sehr gutem Zustand und bieten hohen Fahrkomfort.

Nebenstraßen „Routes Nationales“ & „Routes Départementales“

Auch die Nebenstraßen sind in der Regel gut ausgebaut und übersichtlich beschildert. Sie führen durch kleine Dörfer, Weinregionen, Felder, Wälder und entlang von Flüssen.

Wer Frankreich intensiv erleben möchte, ist hier genau richtig. Diese Straßen ermöglichen ein entschleunigtes Reisen und führen oft durch besonders malerische Landschaften.

Landschaftsstraßen

Gerade in ländlichen Gebieten finden Sie viele charmante, wenig befahrene Straßen. Sie schlängeln sich durch die Natur und bieten oft wunderschöne Ausblicke. Ideal für alle, die das Land bewusst genießen möchten.

Wartung & Sicherheit

Die französischen Behörden legen großen Wert auf die Instandhaltung der Infrastruktur. Reparaturen werden in der Regel zeitnah durchgeführt, um Sicherheit und Fahrkomfort zu gewährleisten.

Die Straßen entsprechen modernen Sicherheitsstandards. Klare Verkehrsschilder, gut sichtbare Fahrbahnmarkierungen und ausreichende Beleuchtung sorgen für eine sichere Orientierung – sowohl auf Autobahnen als auch auf Landstraßen.

Geschwindigkeitsbegrenzungen in Frankreich

In Frankreich gelten folgende allgemeine Tempolimits:

Innerorts

  • 50 km/h
  • In Wohngebieten oder Zonen mit starkem Fußgängerverkehr häufig 30 km/h

Außerorts (Landstraßen)

  • 80 km/h auf zweispurigen Straßen ohne bauliche Trennung
  • 90 km/h auf mehrspurigen Straßen mit baulicher Trennung (z. B. Schnellstraßen)

Autobahnen

  • 130 km/h bei trockener Fahrbahn
  • 110 km/h bei Regen oder schlechten Wetterbedingungen

Zu beachten ist außerdem, dass in Frankreich strenge Strafen für Geschwindigkeitsüberschreitungen gelten, darunter hohe Geldbußen, Punkte auf dem Führerschein und mögliche Fahrverbote.

Zusatzschild „Rappel“

Das Schild „Rappel“ bedeutet „Erinnerung“. Es bestätigt eine bereits zuvor angezeigte Verkehrsregel, etwa eine Geschwindigkeitsbegrenzung. Häufig steht es unter einem Verkehrsschild – insbesondere nach Kreuzungen oder Straßenveränderungen – um Missverständnisse zu vermeiden.

Kurzübersicht zu Geschwindigkeitsbegrenzung in Frankreich:

  • Stadt: 50 km/h
  • Landstraße: 80 km/h
  • Autobahn: 130 km/h (bei Regen 110 km/h)
  • Achtung: Geschwindigkeitsverstöße werden streng kontrolliert.

Maut in Frankreich: Péage & Free-Flow-System erklärt

Beim Autofahren in Frankreich ist besonders wichtig zu wissen, dass die meisten Autobahnen mautpflichtig sind. Die Höhe der Gebühr richtet sich nach der Fahrzeugklasse und der gefahrenen Strecke.

An den Mautstationen („Péages“) können Sie bezahlen:

  • bar
  • mit Kreditkarte
  • mit einer Mautbox (z. B. Bip&Go)

Mautboxen ermöglichen es Ihnen, ohne Anhalten durchzufahren. Hier erfolgt die Abrechnung automatisch.

Free-Flow-Mautsystem (seit 2024)

Auf einigen Strecken gibt es inzwischen das sogenannte Free-Flow-System anstatt stationäre Mautstation. Hier erkennen Kameras und Sensoren die Fahrzeuge und berechnen die Maut automatisch. Das betrifft zum Beispiel die A79, die A13/A14 sowie Teile der A4, A10 und A837. Der große Vorteil ist, dass dieses System Wartezeiten reduziert und für einen besseren Verkehrsfluss sorgt. Keine Sorge: Die Free-Flow-Strecken sind nicht zu übersehen. Zahlreiche Schilder machen darauf aufmerksam!

Was ist beim Free-Flow-System zu tun? Wie erfolgt die Bezahlung?

  • Kennzeichen vorab registrieren: Auf der Website des Betreibers registrieren und die automatische Abbuchung per Kreditkarte einrichten.
  • Zahlung an einem Terminal: Auf Rastplätzen können Sie bar oder per Karte bezahlen.
  • Online-Zahlung: Beispielsweise auf der A79 innerhalb von 72 Stunden, sonst droht eine Zusatzgebühr von 90 Euro.
  • Bezahlung im Nirio-Kiosk: Auf Strecken wie der A14 (und bald auch der A13) ist eine Zahlung innerhalb von 48 Stunden möglich.
  • Mit Mautgerät fahren: Das Gerät wird automatisch erkannt und die Abbuchung erfolgt in der Regel monatlich.

Umweltzonen & Crit’Air-Plakette fürs Autofahren in Frankreich

In vielen französischen Städten benötigen Sie eine Crit’Air-Umweltplakette. Ohne diese dürfen bestimmte Umweltzonen nicht befahren werden.

In den vergangenen Jahren wurden in zahlreichen Großstädten Umweltzonen eingeführt. Zusätzlich können bei hoher Luftverschmutzung kurzfristige Zufahrtsbeschränkungen gelten. Die Regelungen wurden verschärft und es könnten weitere Städte folgen.

Deshalb gilt: Bestellen Sie die Crit’Air-Plakette unbedingt vor Ihrer Reise.

Welche Plakette bekomme ich?

  • Lila (Klasse 1): Benzinfahrzeuge ab Erstzulassung 2011
  • Gelb (Klasse 2): Die meisten Dieselfahrzeuge
  • Grün: Elektrofahrzeuge

Mit diesen Plaketten können Sie in der Regel alle Städte problemlos befahren.

Bestellung & Kosten

Die Umweltplakette kostet unter 5 Euro inklusive Versand und wird innerhalb von etwa 10 Tagen per Post zugeschickt. Wir empfehlen, die Plakette auf der offiziellen Website zu bestellen, da private Anbieter oft das Vier- bis Fünffache des Preises verlangen.

Raststätten in Frankreich „Aire de Services“

Raststätten bieten viele Annehmlichkeiten für eine angenehme Pause. Neben größeren Raststätten gibt es aber auch einfache Rastplätze für kurze Stopps.

In der Regel können Sie folgende Ausstattung in französischen Raststätten erwarten:

  • Tankstellen (Autobahn meist etwas teurer)
  • Restaurants und Cafés
  • Saubere, meist kostenfreie Toiletten
  • Wickelräume
  • Teilweise Duschen
  • Picknickbereiche
  • Spielplätze
  • Shops mit regionalen Produkten
  • WLAN und Informationspunkte

E-Auto laden in Frankreich

Frankreich verfügt über ein gut ausgebautes Netz an Ladestationen.

  • Öffentliche Ladestationen: In Städten, an Raststätten, bei Supermärkten und auf Parkplätzen. Anbieter sind unter anderem Ionity, Fastned, TotalEnergies und EDF.
  • Schnellladung: Ab 50 kW – Aufladung in etwa 30–60 Minuten.
  • Ladekarten & Apps: Viele Stationen erfordern eine Ladekarte oder App.
  • Hotels: Immer mehr Hotels und Ferienunterkünfte bieten Lademöglichkeiten an – am besten vorab prüfen.

Weitere wichtige Verkehrsregeln in Frankreich

Neben Mautsystem, Umweltplakette und Tempolimits gibt es einige zusätzliche Regeln, die Sie beim Autofahren in Frankreich kennen sollten. Viele davon unterscheiden sich nur leicht von Deutschland – können im Ernstfall jedoch entscheidend sein.

Weiße Raute auf blauem Grund

Dieses Schild kennzeichnet eine reservierte Fahrspur für:

  • Fahrzeuge mit mindestens zwei Insassen
  • Null-Emissions-Fahrzeuge mit Plakette
  • Taxis
  • Busse

Missbrauch kostet 135 Euro Bußgeld.

Radarwarngeräte

Radarwarngeräte sind verboten.
Strafe: bis zu 1.500 Euro und 6 Punkte.

Tankstellen & Kraftstoff

Die meisten Tankstellen sind Selbstbedienungstankstellen.

Bezeichnungen in Frankreich für Kraftstoff:

  • Diesel: Gazole oder Gasoil
  • Super Plus: SP98
  • Super: SP95
  • E10: SP95-E10

Autobahntankstellen sind meist 20–25 Cent teurer.
Am günstigsten tankt man häufig an Supermarkt-Tankstellen.

Wir empfehlen Kreditkarten an Tankstellen, da EC-Karten nicht immer zuverlässig funktionieren. Häufig wird eine PIN benötigt.

Französische Kreisverkehre

Kreisverkehre sind fester Bestandteil des französischen Straßenverkehrs. Merken Sie sich folgende Grundregel: Wer im Kreisverkehr fährt, hat Vorfahrt. Ausnahmen gibt es bei einzelnen älteren Anlagen (z. B. am Arc de Triomphe), wo „Rechts vor Links“ gilt.

Ein paar Besonderheiten gibt es im Vergleich zu Deutschland beim Blinken:

  • Erste Ausfahrt: rechts blinken
  • Zweite Ausfahrt: kurz vor Verlassen rechts blinken
  • Dritte oder spätere Ausfahrt: vor Einfahrt links blinken
  • Beim Verlassen immer rechts blinken

Spurwahl:

  • Rechts einordnen: erste oder zweite Ausfahrt
  • Links einordnen: dritte oder spätere Ausfahrt (keine Pflicht)

Mit diesen Regeln sind Sie gut gerüstet, um Frankreichs Kreisverkehre sicher und souverän zu nutzen.

Warnweste & Warndreieck

In Frankreich sind eine Warnweste und ein Warndreieck verpflichtend.

Wichtig:
Die Warnweste muss griffbereit im Innenraum des Fahrzeugs liegen. Sie darf nicht, wie in Deutschland zulässig, im Kofferraum aufbewahrt werden. Bei einer Panne müssen Sie die Warnweste anziehen, bevor Sie das Fahrzeug verlassen.

Parken in Frankreich

Was bedeuten die Farben auf den Parkplätzen?

  • Gelbe, durchgezogene Linien am Fahrbahnrand bedeuten absolutes Halteverbot.
  • Gelbe, gestrichelte Linien: Halteverbot, Ein- und Aussteigen erlaubt
  • Weiße Markierung: Hier können Sie parken. Achten Sie auf  „P“ oder „Payant“, das bedeutet, dass die Plätze kostenpflichtig sind
  • In „Zone Bleue“-Bereichen benötigen Sie eine Parkscheibe, hier kann kostenlos geparkt werden. Achten Sie hier auf die maximale Parkdauer.
  • In vielen Städten wird an Parkautomaten („Horodateurs“) bezahlt. Das System funktioniert oft etwas anders als in Deutschland und Sie müssen Ihr Kennzeichen angeben. Hier ist aber jeder Automat unterschiedlich, aber die Anweisungen sind meist verständlich und sind auch auf Deutsch oder Englisch verfügbar
  • Achten Sie auf lokale Beschilderungen, da Parkregelungen regional variieren können.

FAQ zum Autofahren in Frankreich

Ja. In vielen Städten benötigen Sie die Crit’Air-Umweltplakette. Ohne diese dürfen Umweltzonen nicht befahren werden. Die Plakette kostet 4,91 Euro und wird online beim französischen Umweltministerium bestellt.

Die Mautgebühren hängen von Fahrzeugklasse und Strecke ab. Bezahlt wird an Mautstationen, online (bei Free Flow) oder mit einer Mautbox wie Bip&Go.

Beim Free-Flow-System erfassen Kameras Ihr Kennzeichen automatisch. Die Maut wird online, am Terminal oder per Mautgerät bezahlt. Die Zahlung muss meist innerhalb von 72 Stunden erfolgen.

Innerorts: 50 km/h
Landstraße: 80 km/h
Autobahn: 130 km/h (bei Regen 110 km/h)

Ja. Besonders in Städten und entlang der Autobahnen ist das Netz gut ausgebaut. Schnellladestationen ab 50 kW ermöglichen eine Aufladung in 30-60 Minuten.

Wohin soll es gehen?

Jetzt, wo die wichtigsten Dinge geklärt sind, die auf der Straße passieren, stellt sich natürlich die nächste Frage: Wohin sollen Sie die Straßen führen?

Frankreich ist unglaublich vielseitig: von der Atlantikküste über die Provence bis ins Burgund oder ins Périgord. Jede Region erzählt ihre eigene Geschichte und bietet einzigartige Landschaften, Kulinarik und Kultur.

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