Marseille lohnt sich. Wenn man weiß, wie!
Normalerweise zeigen wir Ihnen die ruhigen Ecken Frankreichs, fernab der Massen, wo Sie das Land ohne Gedränge erleben und das Gefühl haben, ganz für sich zu sein. Und doch gibt es Städte, die man einfach gesehen haben sollte. Marseille gehört dazu. Die Hafenstadt am Mittelmeer ist älter, als viele denken: Rund 2.600 Jahre Geschichte prägen ihr Gesicht. Bis heute ist Marseille ein Ort, der sich nicht geschniegelt gibt, sondern authentisch bleibt.

Die Stadt lebt von ihren Gegensätzen: Sie ist kultiviert und ungeschliffen, elegant und bodenständig, mal mondän, mal rau. Genau diese Mischung macht ihren Reiz aus. besonders, wenn man sie mit einem guten Plan entdeckt. Denn Marseille ist groß. Nach Paris ist Marseille die zweitgrößte Stadt Frankreichs. Marseille ist keine Stadt, die man einfach „abhakt“. Sie erschließt sich beim Gehen, Schauen und Innehalten. Mit etwas Struktur lässt sich Marseille auch bei einem kurzen Aufenthalt überraschend entspannt erleben.

Gerade bei einem Kurztrip oder Zwischenstopp möchte man keine Zeit mit der Frage „Was machen wir jetzt?” verlieren. Schließlich gibt es wie in jeder Großstadt auch Ecken, die weniger sehenswert sind. In diesem Marseille-Guide finden Sie daher unsere wirklich lohnenden Lieblingsorte, ergänzt um Restaurant- und Caféempfehlungen, praktische Routen durch die Stadt und unsere liebsten Ausflüge ans Wasser.
Welche Highlights & Tipps für Marseille?
Wenn Sie wenig Zeit haben, konzentrieren Sie sich auf diese fünf Highlights, die bei einem Besuch in Marseille unbedingt eingeplant werden sollten:
- Vieux-Port: Marseilles Herz und perfekt zur Einstimmung
- Le Panier: Altstadtgassen, kleine Läden, Streetart
- Cathédrale de la Major: Monumentale Architektur zwischen Altstadt und Meer
- MuCEM & Fort Saint-Jean: Architektur, Geschichte, Kultur, Mittelmeer-Flair
- Notre-Dame de la Garde: Tolle Ausblicke über Stadt und Meer
- Die Calanques: Marseilles wilde Natur direkt vor der Tür
Diese Auswahl bildet die Vielfalt Marseilles mit wenigen Stopps sehr gut ab: Hafenleben, Geschichte, Architektur, Ausblicke und Natur. Alle Orte liegen relativ nah beieinander oder lassen sich gut kombinieren. So erleben Sie viel, ohne ständig unterwegs zu sein.
Marseille-Guide: Wenn Sie mehr Zeit haben
Es gibt in Marseille so viel zu entdecken. In unserer Checkliste finden Sie all unseren Tipps auf einem Blick. Perfekt fürs Smartphone oder zum Ausdrucken. Mehr Geheimtipps, sehenswerte Orte und Stopps erhalten Sie bei uns übrigens immer mit zu Ihrer Reise als „Carnet de Voyage“ dazu. Und zwar nicht nur für die gebuchte Reise, sondern auch für die Umgebung und Region.

Unsere Tipps für Marseille, wenn Sie etwas mehr Zeit mitbringen:
Ankommen in Marseille: der Vieux-Port
Ankommen, durchatmen, treiben lassen: Der beste Ort, um die Marseille-Erkundungstour zu starten, ist der Vieux-Port, der Alte Hafen. Seit Jahrhunderten das Herz der Stadt: einst Handelsdrehscheibe, heute Yachthafen und urbaner Treffpunkt.
Ein Spaziergang entlang der Kais ist der ideale Einstieg. Morgens wirkt der Hafen ruhig, fast gelassen. Boote schaukeln im Wasser, Cafés bereiten sich auf den Tag vor. Am Nachmittag wird es lebendiger, abends entsteht eine besondere Stimmung, wenn das Licht weicher wird und sich das Leben nach draußen verlagert. Ein Drink zum Sonnenuntergang gehört hier fast automatisch dazu.

Der Vieux Port in Marseille ist außerdem der ideale Ausgangspunkt, um viele der wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu Fuß zu erreichen.
Kleines Extra: die Spiegelkonstruktion am Hafen
Wie ein schwebendes Schattendach aus poliertem Stahl überspannt L’Ombrière du Vieux-Port den Vieux-Port. Die spiegelnden Paneele reflektieren Licht, Bewegungen und das Hafengeschehen und verwandeln den Platz je nach Tageszeit immer wieder neu. Die Konstruktion wurde von Norman Foster entworfen und 2013 im Zuge der Kulturhauptstadt Marseille eröffnet als moderner Kontrapunkt zur historischen Kulisse. Ein kurzer Stopp lohnt sich, um innezuhalten, zu beobachten und überraschende Perspektiven zu genießen, besonders bei tief stehender Sonne.
Fischmarkt La Criée: ein Stück echtes Marseille
Direkt am Alten Hafen findet täglich der Fischmarkt „La Criée” statt. Er ist kein touristisches Spektakel, sondern ein integraler Bestandteil des marseillaischen Alltags. An rund 15 Ständen wird hier der Fang des Tages verkauft – abhängig von Wetter und Saison.
Der Markt beginnt gegen 8 Uhr morgens und endet um ca. 12:30 Uhr. Selbst wenn Sie nichts kaufen möchten, lohnt sich ein kurzer Rundgang. Er vermittelt ein gutes Gefühl dafür, wie sehr Marseille bis heute mit dem Meer verbunden ist.


Le Panier: Das älteste Viertel von Marseille
Nur wenige Gehminuten vom Vieux-Port entfernt liegt Le Panier, das älteste Viertel der Stadt. Hier begann die Geschichte Marseilles, und bis heute ist dieses Viertel ein besonderer Ort geblieben.
Le Panier ist geprägt von schmalen Gassen, Treppen, kleinen Plätzen und Häusern aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Viele Fassaden sind bunt, oft entdeckt man Streetart oder kleine Kunstinstallationen. Es ist ein Viertel, das man nicht planen sollte. Am schönsten ist es, sich treiben zu lassen, abzubiegen, stehen zu bleiben.


Zwischen kleinen Geschäften, Bäckereien und Ateliers findet man immer wieder ruhige Ecken. Gerade für Reisende, die gerne fotografieren oder einfach Atmosphäre aufnehmen, ist Le Panier ein Highlight.
Darum lohnt sich ein Besuch von Le Panier in Marseille:
- kleine Läden und Ateliers
- hübsche Innenhöfe
- Streetart, die nicht „inszeniert“ wirkt, sondern lebendig
Besonders angenehm ist Le Panier am Vormittag oder am späten Nachmittag. Dann ist es ruhig genug, um die Details wahrzunehmen, und lebendig genug, um die besondere Atmosphäre zu spüren.
Cathédrale de la Major in Marseille: Beeindruckend!
Direkt am Rande der Altstadt, in Richtung Hafen, erhebt sich die Cathédrale de la Major mit ihrer monumentalen Präsenz. Ihr neobyzantinischer Stil wirkt fast überdimensioniert und bildet einen spannenden Kontrast zu den engen, gewachsenen Gassen des Stadtviertels Le Panier.
Die Lage zwischen historischer Altstadt und moderner Hafenfront macht ihren besonderen Reiz aus.
Besonders schön ist der Blick von der Terrasse hinunter aufs Meer, wo sich die Stadt und die Hafenlandschaft eröffnen. Meist genügt ein kurzer Besuch, um die Architektur, die Atmosphäre und die Perspektive auf Marseille wirken zu lassen.


MuCEM und Fort Saint-Jean: Kultur am Meer
Vertrauen Sie uns: Wenn Sie in Marseille nur Zeit für ein Museum haben, dann ist das MuCEM die richtige Wahl. Direkt am Wasser gelegen verbindet es moderne Architektur mit historischer Substanz und gehört seit 2013 zu den wichtigsten kulturellen Orten der Stadt. Besonders reizvoll ist der Übergang zum Fort Saint-Jean – allein der Weg über die Stege bietet beeindruckende Ausblicke auf Hafen, Meer und Stadt.
Und selbst ohne Museumsbesuch lohnt sich der Abstecher: Die frei zugänglichen Außenbereiche zählen zu den schönsten Aussichtspunkten Marseilles.
Das MuCEM zeigt in seiner Dauerausstellung die Entwicklung der Mittelmeerregion. Die Ausstellung ist verständlich aufbereitet und thematisch breit gefächert. Auch wer sonst kein ausgesprochener Museumsfan ist, wird aufgrund der Lage und Atmosphäre auf seine Kosten kommen. Ein Abstecher lohnt sich auch ohne Museumsbesuch: Die Außenbereiche, Stege und das Fort Saint-Jean sind frei zugänglich und bieten einige der schönsten Ausblicke der Stadt.
Notre-Dame de la Garde: Ein Blick über Marseille
Ein Besuch in Marseille ist nicht vollständig ohne den Blick von der Notre-Dame de la Garde. Die von den Einheimischen liebevoll „La Bonne Mère“ genannte Basilika thront hoch über der Stadt. Von dort oben reicht der Blick über die Dächer, den Hafen, das Meer und die vorgelagerten Inseln. An klaren Tagen ist dies ein besonderes Highlight. Wer den Aufstieg nicht zu Fuß machen möchte, kann mit dem Petit Train ab dem Alten Hafen oder mit dem Bus Nr. 60 entspannt nach oben fahren.
Und wie so oft gilt: Früh kommen lohnt sich! Vor allem in der Hauptsaison, wenn es oben noch ruhig ist und man die Aussicht ganz für sich allein hat.


Ruhige Lieblingsorte in der Stadt
Marseille hat nicht nur bekannte Sehenswürdigkeiten zu bieten. Es gibt auch Orte, an denen es ruhiger zugeht – perfekt, um kurz abzuschalten, einen Spaziergang zu machen oder einfach zu sitzen und zuzuschauen.
- Vallon des Auffes: ein kleiner Fischerhafen mit Booten, Brücken und Häusern direkt am Wasser. Sehr ursprünglich und ideal für einen kurzen Spaziergang.
- Palais du Pharo: ein Klassiker für den Sonnenuntergang, mit freiem Blick über den Hafen.
- Parc Borély: viel Grün, schattige Wege und ein kleiner See – gut für eine längere Pause vom Stadttrubel.
- Palais Longchamp: Große Architektur, viel Platz und eine entspannte Stimmung, ideal für einen kurzen Stopp zwischendurch.
Museen in Marseille: Welche lohnen sich wirklich?
Marseille überrascht mit einer ungewöhnlich vielfältigen Museumslandschaft. Viele Häuser liegen nah beieinander und lassen sich gut mit Spaziergängen, Cafépausen oder einem Blick aufs Wasser verbinden. Wer nicht „alles sehen“ möchte, findet hier eine sinnvolle Auswahl, je nach Interesse und verfügbarer Zeit.
- Zum Einstieg & Überblick: Musée d’Histoire de Marseille
- Für Atmosphäre & Kultur: La Vieille Charité
- Für Architektur & Mittelmeer-Flair: MuCEM
- Provenzalische & zeitgenössische Kunst: Musée Regards de Provence
- Für Geschichte zum Anfassen: Abbaye Saint-Victor
- Für ein besonderes Erlebnis: Cosquer Méditerranée
- Antike & römische Geschichte: Musée des Docks Romains
- Klassische Kunst: Musée des Beaux-Arts de Marseille
- Natur, Tiere & Wissenschaft: Muséum d’Histoire Naturelle de Marseille
- Design, Mode & Handwerk: Château Borély | Musée des arts décoratifs, de la faïence et de la mode
- Typisches Marseille & Souvenir: Musée du Savon de Marseille
Eines der größten Stadtgeschichtsmuseen Europas. Es erzählt die Entwicklung Marseilles von den Anfängen bis heute – verständlich aufbereitet und mit vielen multimedialen Elementen. Ideal, um die Stadt besser einzuordnen, auch ohne Vorwissen.
Klein, ruhig und besonders: Zu sehen sind Überreste römischer Lagerhäuser direkt an ihrem ursprünglichen Ort. Perfekt für einen kurzen Museumsbesuch oder wenn Sie sich für antike Geschichte interessieren.
Ein überschaubares Kunstmuseum mit freiem Eintritt. Die Sammlung ist klein, aber fein, die Erklärungen ausschließlich auf Französisch – gut geeignet für einen kurzen Abstecher.
Klassisches Naturkundemuseum im gleichen Gebäude. Besonders interessant für alle, die sich für Natur, Tiere und Wissenschaft begeistern.
Kulturelles Zentrum im Herzen von Le Panier. Allein der Innenhof ist einen Besuch wert. Hier befinden sich mehrere Museen, darunter für Mittelmeerarchäologie sowie für afrikanische, ozeanische und amerikanische Kunst. Sehr empfehlenswert, wenn Sie Kultur mit Atmosphäre verbinden möchten.
In einer ehemaligen maritimen Station untergebracht, zeigt das Museum Kunst mit Fokus auf die Provence und den Süden Frankreichs – von klassischen Gemälden bis zu moderner Kunst. Ruhig, überschaubar und gut kombinierbar mit einem Spaziergang am Wasser.
Das Museum befindet sich in einem eleganten Stadtpalais am Rand des Parc Borély und widmet sich dekorativer Kunst, Keramik und Mode. Gezeigt werden Möbel, Porzellan, Textilien und wechselnde Modenschauen aus verschiedenen Epochen. Der Besuch lässt sich ideal mit einem Spaziergang durch den Park verbinden und eignet sich besonders für alle, die sich für Design, Handwerk und Ästhetik interessieren.
Eine moderne, immersive Ausstellung rund um die prähistorische Cosquer-Höhle, die heute unter Wasser liegt. Die originalgetreue Nachbildung bietet einen eindrucksvollen Einblick in frühe Menschheitsgeschichte – ein echtes Highlight, auch für Nicht-Museumsfans.
Kleines Museum zur Geschichte der berühmten Marseiller Seife. Der Besuch ist kurz, informativ und ideal für zwischendurch – oft verbunden mit dem Kauf eines typischen Souvenirs.
Ehemalige Tabakfabrik und heute eines der wichtigsten Kultur- und Kreativzentren der Stadt. Ausstellungen, Konzerte, Theater, Cafés und eine Dachterrasse mit weitem Blick über Marseille machen die Friche zu einem Ort, der die zeitgenössische, lebendige Seite der Stadt zeigt.
Interessante Viertel in Marseille
Neben Le Panier gibt es in Marseille viele Viertel, die den Charakter der Stadt besonders gut zeigen. Vier davon stellen wir hier vor – ruhig oder lebendig, am Meer oder mitten im Alltag, aber immer authentisch.
- Malmousque
- Endoume
- Cours Julien
- Pointe-Rouge
- Notre-Dame du Mont
- La Joliette


Malmousque
Malmousque liegt im 7. Arrondissement und fühlt sich fast wie ein kleines Dorf an. Enge Gassen, niedrige Häuser und in die Felsen gebaute Villen prägen das Bild, das Meer ist hier allgegenwärtig. Abseits des Verkehrs öffnet sich eine kleine Bucht mit Hafen, ruhig und überraschend abgeschirmt. Malmousque ist kein Ort für Sehenswürdigkeiten, sondern perfekt zum Schlendern, Sitzen und Meerblick genießen.
Endoume
Endoume ist eines der angenehmsten Wohnviertel Marseilles – ruhig, lokal und wenig touristisch. Kleine Läden, Bäckereien und Cafés bestimmen das Straßenbild, alles wirkt unaufgeregt und authentisch. Von hier ist es nicht weit zur Küste oder zur Corniche, viele Wege führen ganz selbstverständlich ans Wasser. Ein Viertel, das zeigt, wie Marseille im Alltag funktioniert.
Cours Julien
Nur wenige Minuten von der Canebière, der zentralen Einkaufs- und Verkehrsachse Marseilles, entfernt liegt der Cours Julien, eines der kreativsten Viertel der Stadt. Streetart an fast jeder Ecke, unabhängige Läden sowie zahlreiche Cafés, Bars und kleine Restaurants prägen die offene, kosmopolitische Atmosphäre. Tagsüber geht es entspannt zu, abends wird es lebhafter, ohne dass es überladen wirkt. Früher war dies ein Zentrum des Obst- und Gemüsehandels. Noch heute findet hier jeden Mittwochmorgen ein Bio-Bauernmarkt statt. Der Cours Julien ist somit ein idealer Ort für eine Pause, einen Kaffee oder ein Abendessen abseits der klassischen Sehenswürdigkeiten.
Pointe-Rouge
Pointe-Rouge liegt direkt am Meer und wirkt deutlich entspannter als das Stadtzentrum. Hafen, Strand und Promenade sorgen für Urlaubsgefühl, besonders an sonnigen Tagen. Ein gutes Viertel, um Marseille von seiner leichten, maritimen Seite kennenzulernen.


Notre-Dame du Mont
Rund um den Platz Notre-Dame du Mont pulsiert das urbane Leben Marseilles. Bars, kleine Restaurants und Musikläden prägen das Viertel, das besonders bei Einheimischen beliebt ist. Die Stimmung ist lebendig, aber nicht touristisch, eher roh als geschniegelt. Ideal, um Marseille modern, direkt und ein bisschen kantig zu erleben.
Les Goudes
Les Goudes ist ein kleines Küstenviertel im Süden von Marseille, direkt am Rand des Nationalparks der Calanques. Es liegt zwischen Mittelmeer und Kalkfelsen und markiert das Ende der Küstenstraße. Der ehemalige Fischerhafen ist bis heute von Bootsgaragen, wenigen Restaurants und gewachsener Bebauung geprägt. Les Goudes dient als Ausgangspunkt für Wanderungen, Boots- und Kajaktouren in die umliegenden Buchten. Apropos Calanques…
Landschaft mit WOW-Effekt: Die Calanques von Marseille
Ein großer Pluspunkt Marseilles ist die unmittelbare Nähe zur Natur. Die Calanques mit ihren steilen Felsen, kleinen Buchten und türkisfarbenem Wasser liegen nur wenige Kilometer außerhalb der Stadt und zählen zu den eindrucksvollsten Landschaften der Region.
Am entspanntesten lassen sie sich vom Wasser aus erleben. Bootstouren führen entlang mehrerer Buchten und eröffnen beeindruckende Perspektiven auf die zerklüftete Küste. Das ist gerade bei wenig Zeit oder hohen Temperaturen eine ideale Möglichkeit, die Landschaft zu genießen. Wer lieber an Land unterwegs ist, findet ebenfalls zahlreiche lohnende Ziele:












- Calanque de Morgiou: besonders reizvoll, erfordert je nach Saison etwas Planung
- Calanque de Sugiton: gut erreichbar, beliebt
- Calanque de Sormiou: weitläufig, mit Strand
- Calanque de Callelongue: bekannt und vergleichsweise einfach zugänglich
- Port des Goudes (Les Goudes) & kleinere Buchten wie Saména: ruhig, ursprünglich, nicht so überlaufen, direkt am Meer
- Calanque de Port Pin (bei Cassis)
- Calanque d’En-Vau: etwas anspruchsvoller, aber absolut lohnend
Für Reisende, die Stadt und Natur verbinden möchten, sind die Calanques ein echtes Highlight und eine der schönsten Seiten Marseilles.
Welche Strände in Marseille und Umgebung?
Marseille bietet eine überraschend große Auswahl an Badeplätzen: von kleinen Stadtbuchten bis zu naturbelassenen Stränden:
- Malmousque: Plage de Maldormé | Mouillage de Malmousque | Felsenbuchten mitten in der Stadt, schöner, pittoresker Hafen | Pont de la Fausse Monnaie
- Vallon des Auffes: kleine charmante Bucht mit Hafen | Piscine maritime des Auffes
- Les Goudes: Meerblick mit Dorfgefühl
- La Corniche: Küstenstraße, verschiedene Zugänge direkt an der Küste | Plage de Catalans | Plage du Prado | Plage de l‘Huveaune
- Plage le Bains des Dames: klassischer Stadtstrand, einfach, ruhige Lage, nicht zu überfüllt. Hier kann der Wellengang aber recht stark werden.
Ausflüge ab Marseille
Marseille eignet sich hervorragend als Ausgangspunkt für Ausflüge:
Die Frioul-Inseln und das Château d’If sind von Marseille aus schnell per Boot erreichbar und eignen sich ideal für einen halbtägigen Ausflug. Die Inselgruppe bietet weite Ausblicke, karge Landschaften und ruhige Badebuchten. Ein spannender Kontrast zur lebendigen Stadt! Das Château d’If ist vor allem durch seine Lage und Geschichte bekannt und lässt sich gut mit einem Spaziergang über die Insel verbinden. Der Ausflug verbindet Kultur, Natur und Meer auf unkomplizierte Weise und lässt sich flexibel in eine Marseille-Reise integrieren.
Allauch liegt oberhalb von Marseille und bietet einen wohltuenden Kontrast zur Küste. Das Dorf ist geprägt von alten Steinhäusern, kleinen Plätzen und weiten Blicken über die Landschaft bis hin zum Meer. Hier zeigt sich die Provence von ihrer ruhigen, ländlichen Seite, mit viel Natur und authentischem Dorfleben. Allauch eignet sich besonders für einen kurzen Ausflug, wenn man Marseille mit provenzalischer Atmosphäre verbinden möchte.
Die Côte Bleue westlich von Marseille ist eine ruhigere Alternative zur bekannten Calanques-Küste. Kleine Badebuchten, felsige Küstenabschnitte und charmante Orte prägen das Bild, oft abseits größerer Besucherströme. Die Region eignet sich besonders für entspannte Badetage, kurze Wanderungen entlang der Küste und Ausflüge mit der Küstenbahn, die spektakuläre Ausblicke auf das Meer bietet. Ideal für alle, die Natur, Meer und Authentizität ohne viel Trubel erleben möchten.
Cassis & die Calanques
Cassis liegt malerisch zwischen Weinbergen, Pinienwäldern und den hellen Kalkfelsen der Calanques, am Fuß des Cap Canaille, einer der höchsten Steilküsten Europas. Trotz seiner Beliebtheit hat sich der Ort seinen Charme bewahrt und lädt mit Hafen, Cafés und Restaurants zum entspannten Verweilen ein. Vom Hafen aus starten Bootstouren in den Nationalpark der Calanques, der sich zwischen Cassis und Marseille erstreckt. Die Kombination aus türkisblauem Meer, fjordähnlichen Buchten und steilen Felswänden macht diese Küstenlandschaft zu einem der eindrucksvollsten Naturerlebnisse Südfrankreichs. Besonders angenehm ist ein Besuch im Frühjahr oder Herbst, wenn Temperaturen und Besucherzahlen moderat sind.


La Ciotat liegt östlich von Marseille und verbindet maritime Geschichte mit entspannter Mittelmeeratmosphäre. Der traditionsreiche Hafen, einst bedeutend für den Schiffbau, ist heute ein Zentrum für Luxusyachten und prägt das Stadtbild ebenso wie kleine Fischerboote. Sehenswert sind der Parc du Mugel mit Blick auf das Meer sowie die Calanque de Figuerolles, die sich gut für eine Badepause eignet. La Ciotat lässt sich ideal als ruhiger Ausflug ab Marseille einplanen.
Die Provence authentisch erleben?
Diese Tipps zeigen nur einen Ausschnitt dessen, was die Region rund um Marseille zu bieten hat. Wir kombinieren mehrere ausgewählte Stopps zu einer harmonischen Route, die Stadt, Küste und Provence perfekt verbindet.
Essen gehen in Marseille: Kulinarische Tipps
Die Küche Marseilles spiegelt die Geschichte der Stadt wider. Provenzalische Klassiker treffen auf Einflüsse aus dem gesamten Mittelmeerraum. Typische Gerichte für Marseille sind:
- Bouillabaisse: traditionelle provenzalische Fischsuppe mit verschiedenen Meeresfischen
- Panisse: knusprig frittierte Snacks aus Kichererbsenmehl
- Navettes: Gebäck mit feinem Orangenblütengeschmack
- Pastis: anisbetonter Aperitif, typisch für Südfrankreich
- Fougasse: flaches, herzhaftes Brot, oft mit Kräutern oder Oliven
- Tapenade: würzige Paste aus Oliven, Kapern und Olivenöl
Frühstücksorte und Bäckereien in Marseille
Für eine süße Pause eignen sich traditionelle Bäckereien wie Le Four des Navettes oder La Madeleine du Panier. Das sind unsere Tipps für Bäckereien oder Frühstücksspots in Marseille:
- Le Four des Navettes (Navettes)
- La Madeleine du Panier (Madeleines)
- Pétrin Couchette
- Paéma Pâtisserie
- Pain Pan
- Café de l’abbaye
- Pompe Boulangerie
- Oh Faon!
Restaurants in Marseille: Unsere Tipps
Eine gute Auswahl an Restaurants findet man rund um den Hafen, im Panier oder Richtung Meer. Oft lohnt es sich, nicht lange zu suchen, sondern einem Ort zu vertrauen, der gut besucht ist.
- Tapas Rojas
- Bistro O’Prado
- 1860 Le Palais
- La Marine des Goudes
- Livingston
- O’Bidul
- L’écaillerie
- Cantoche Maseille
- La Restanque Marseille
Welche weniger bekannte Orte in Marseille sind sehenswert?
Wenn Sie in Marseille mehr Zeit zur Verfügung haben, lohnt es sich, über die bekannten Highlights hinaus weitere Orte zu entdecken. Die folgenden Tipps lassen sich gut ergänzend einbauen und zeigen unterschiedliche Facetten der Stadt:
Stade Vélodrome
Das Stade Vélodrome ist die Heimspielstätte von Olympique de Marseille und eines der größten Stadien Frankreichs. Auch ohne Spielbetrieb beeindruckt die moderne Architektur. Für Fußballinteressierte ist es ein fester Bestandteil der Stadtidentität.
Fort Saint-Nicolas
Das Fort Saint-Nicolas liegt am südlichen Eingang des Vieux-Port und stammt aus dem 17. Jahrhundert. Heute ist es frei zugänglich und bietet schöne Ausblicke auf Hafen und Stadt. Es lässt sich gut in einen Spaziergang Richtung Palais du Pharo integrieren.
Marché du Quai des Belges
Der Markt am Quai des Belges findet direkt am Vieux-Port statt. Hier werden vor allem Fisch und regionale Produkte angeboten. Besonders am Vormittag vermittelt er einen authentischen Eindruck vom marseiller Alltag.
Marché des Capucins
Der Marché des Capucins liegt im lebendigen Viertel Noailles. Gewürze, Obst, Gemüse und internationale Spezialitäten prägen das Bild. Der Markt zeigt die multikulturelle Seite Marseilles besonders eindrucksvoll.
Hôtel de Cabre
Das Hôtel de Cabre gilt als eines der ältesten Wohnhäuser Marseilles. Während des Zweiten Weltkriegs wurde es versetzt, um es zu erhalten. Heute erzählt es eindrucksvoll von den städtebaulichen Veränderungen der Stadt.
Hôtel-Dieu
Das ehemalige Hôtel-Dieu war über Jahrhunderte ein zentrales Krankenhaus. Heute wird das Gebäude als Hotel genutzt, die historische Substanz blieb erhalten. Die Lage oberhalb des Vieux-Port ist besonders eindrucksvoll.
Jardin des Vestiges
Der Jardin des Vestiges zeigt archäologische Überreste aus der griechischen und römischen Zeit. Er liegt etwas versteckt nahe dem Einkaufszentrum Centre Bourse. Ein kurzer Besuch vermittelt einen guten Eindruck von den antiken Wurzeln der Stadt.
Le Sérail
Eine traditionelle Seifenfabrik wie Le Sérail gibt Einblicke in die Herstellung der berühmten Savon de Marseille. Die Produktion erfolgt teilweise noch nach klassischen Verfahren. Ein Besuch verbindet Handwerk, Geschichte und lokale Identität.
Église Saint-Ferréol
Die Église Saint-Ferréol liegt nahe der Einkaufsstraßen im Zentrum. Ihr Inneres ist überraschend ruhig im Vergleich zur Umgebung. Sie eignet sich gut für einen kurzen Zwischenstopp.
Les Augustins
Les Augustins verweist auf die klösterliche Geschichte der Stadt. Das Areal ist heute Teil des urbanen Gefüges. Es lässt sich gut beiläufig bei einem Rundgang entdecken.
Église Saint-Laurent
Die Église Saint-Laurent gehört zu den ältesten Kirchen Marseilles. Ihr schlichter romanischer Stil steht im Kontrast zu späteren Sakralbauten. Besonders die Lage oberhalb des Hafens macht sie sehenswert.
Théâtre de la Criée
Das Théâtre de la Criée befindet sich in einem ehemaligen Fischmarktgebäude am Vieux-Port. Heute ist es eine der wichtigsten Theaterbühnen der Stadt. Auch von außen ist das Gebäude sehenswert.
Les Docks de la Joliette
Les Docks de la Joliette bestehen aus umgebauten Lagerhäusern des 19. Jahrhunderts. Heute finden sich hier Büros, Geschäfte und Gastronomie. Das Areal zeigt den Wandel vom Industrie- zum Stadtquartier.
FRAC Sud
Der FRAC Sud ist ein Zentrum für zeitgenössische Kunst im Viertel La Joliette. Die moderne Architektur setzt einen starken Kontrast zur Umgebung. Die Ausstellungen wechseln regelmäßig und richten sich an Kunstinteressierte.
Marseille ist niemals auserzählt.
Die Stadt ist voller Kontraste und Möglichkeiten. Zwischen Hafen, Altstadt, Märkten, moderner Architektur und kulturellen Orten gibt es weit mehr zu entdecken, als in einem einzigen Aufenthalt möglich ist. Wer sich Zeit nimmt, wird immer wieder neue Facetten entdecken.
FAQ – häufig gestellte Fragen zu Marseille
Marseille ist eine Großstadt mit sehr unterschiedlichen Stadtvierteln. In den Bereichen, in denen sich Besucher meist aufhalten, wie z. B. den Hafen, Le Panier, MuCEM, Notre-Dame ist bei normaler Aufmerksamkeit alles wie in anderen großen Städten auch: Wertsachen nah am Körper tragen, abends nicht planlos in unbekannte Viertel gehen. Mit etwas Umsicht erleben die meisten Marseille als lebendige und problemlose Stadt.
Es gibt viele tolle Ausflugsziele rund um Marseille. In weniger als einer Stunde Fahrzeit erreicht man beispielsweise Cassis, den Küstenklassiker, die Frioul-Inseln, die sich für einen Bootsausflug mit toller Aussicht eignen, die Côte Bleue, eine schöne Küste mit kleinen Orten und Buchten, und Allauch, das für die perfekte Provence-Stimmung sorgt.
Ideal sind zwei bis drei Tage. Man kann auch vieles an einem Tag erleben, wenn man sich auf das Wesentliche konzentriert. Für eine Provence Rundreise sollte man die Provence nur als Stopp einplanen.
In Marseille sollte man auf jeden Fall den alten Hafen (Vieux Port), die Altstadt Le Panier, die Aussicht von Notre-Dame de la Garde, das MuCEM, die Cathédrale de la Major und die Calanques gesehen haben.
Marseille hat ein mildes, mediterranes Klima. Die Sommer sind warm und sonnig, der Frühling und der Herbst sind angenehm und oft ideal zum Reisen. Auch im Winter bleibt es meist mild mit viel Licht und klarer Luft.





